#Livingwiththelins fünf

19/11/2017

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#Livingwiththelins

Bachelor Collection

Die Woche begann für mich in einer kleinen Stadt im Schwarzwald. Der Herrenausstatter Digel hat mir seine Lagerhallen geöffnet, damit ich mir Stoffe für meine Bachelor-Kollektion auszusuchen konnte. Nach mehreren Stunden in den riesigen Hallen bin ich mit meinem bis oben hin voll geladenen Auto wieder in Richtung München gefahren.

Eigentlich sollte es mir unangenehm sein, dass meine Kommilitonen zum Teil tausende Euro für ihre Stoffe ausgeben, während ich sie mir einfach aussuchen kann, aber meine Uni hat uns seit dem ersten Semester eingetrichtert, dass wir uns für die Bachelor-Kollektion Sponsoren suchen sollen und um ehrlich zu sein bin ich einfach nur froh und sehr dankbar, dass ich das Geld nun an anderer Stelle ausgeben kann. Ihr könnt euch nämlich nicht vorstellen, wie viel Geld diese Arbeit schluckt.

#KreativesChaos

Mein Besuch im Stofflager hat aber auch zur Folge, dass unsere Wohnung nun wie ein Stoff-Großhandel aussieht. Überall stehen die großen Stoffrollen herum, unser schönes Regal ist zu meiner Ablagefläche geworden und auf unserem Tisch haben wir auch schon lang nicht mehr gegessen – schließlich ist er vollgestellt mit Nähmaschinen, Schnitten, Stoffen, Nähgarn und Stecknadeln – seit gestern übrigens mit einer ganz neuen, dritten Nähmaschine.

#DigitalDetox

Die ganze Woche bin ich eigentlich nur zwischen der Uni, ein paar Terminen und meiner Nähwerkstatt im Wohnzimmer gewechselt. Freizeit hatte ich gar keine (eine Folge RuPaul vor dem Schlafengehen zähle ich nicht dazu) und irgendwie auch keine Zeit, um aufs Handy zu schauen. Dieses Digital Detox ist sehr ungewohnt für mich, da ich als Blogger eigentlich immer online bin, aber ich merke, wie gut es mir tut, mich allein auf meine Kollektion zu konzentrieren.

Es ist ein schönes Gefühl, den ganzen Tag an einem Hemd oder einer Hose zu arbeiten und nach einigen Stunden tatsächlich ein fertiges Kleidungsstück vor sich liegen zu haben. Wenn man in der digitalen Welt arbeitet, hat man am Ende des Tages auch etwas geschafft, aber es ist doch etwas ganz anderes, das Geschaffte auch in den Händen zu halten. Im Moment befinde ich mich in der Endphase der Schnittkonstruktion. Das bedeutet, dass ich nun anfange, meine Kollektion in einem Probestoff (Nessel) zu nähen. Nächste Woche ist dann das erste Fitting, das heißt, dass ein Model meine Probestücke anzieht und meine Dozenten sie am lebenden Körper sehen können und nicht nur auf dem Papier. Dort werden dann Änderungen vorgenommen und nochmal alle Entwürfe samt Stoffauswahl und Details unter die Lupe genommen. Wenn alles passt gehe ich in den Originalstoff über. Die kommende Woche wird nochmal richtig stressig für mich, seid mir also bitte nicht böse, wenn ihr nicht so viel von mir mitbekommt.

#bachelorcollection

The week started for me in a small town in the Black Forest. The gentlemen’s outfitter Digel opened his warehouses for me so that I could choose some fabrics for my Bachelor’s collection. After several hours in the huge warehouse I drove back to Munich with my car fully charged with fabrics. Actually I should be uncomfortable that some of my fellow students spend thousands of euros on their fabrics while I can easily get them for free but my university has taught us since the first semester that we should look for sponsors for our bachelor collection and to be honest, I am just glad that I can now spend the money on something else.

#CreativeMess
But my visit to the warehouse also means that our apartment now looks like a warehouse, too. There are the big cloth rolls everywhere, our beautiful shelf has become my storage space and on our table we have not eaten for a long time as it’s piled up with my sewing machines, cuts, fabrics, sewing threads and pins – by the way yesterday I bought a brand new third sewing machine.

#Digital Detox
The whole week I actually changed just between university, a few appointments and my sewing workshop in our living room. I had no free time (I do not count an epsiode of RuPaul before going to bed) and somehow no time to look at the phone. This digital detox is very unfamiliar to me as I’m always online as a blogger but I realize how good it is for me to focus just on my collection. It’s a great feeling to work on a shirt or pants all day and after a few hours you actually have a finished garment. If you work in the digital world you’ve also done something at the end of the day, but it’s quite another matter to hold somthing in your hands.
The coming week will be really stressful for me again, so please do not be angry if you don’t hear that much from me.

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